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Rege Diskussion über die Chancen und Grenzen der digitalen Migrationsberatung.

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„Kein Ersatz für persönliche Beratung, aber wichtige Ergänzung“: Rege Diskussion über die Chancen und Grenzen der digitalen Migrationsberatung.


Mehr als 200 Akteur:innen der Migrationsarbeit in Niedersachsen waren der Einladung zu einem virtuellen Austausch über das Thema „Digitale Migrationsberatung: Chancen und Grenzen“ am Dienstag, 23. März 2021 gefolgt. Dazu hatte die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe mit der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung und dem Spielfeld Gesellschaft eingeladen.

Die freundliche Bitte der leider erkrankt ausfallenden Landesbeauftragten, die Veranstaltung mit einem Grußwort zu eröffnen, kam die Niedersächsische Sozialministerin Daniela Behrens gerne nach. Dabei betonte die erst Anfang März ins Ministeramt berufene Behrens zunächst, wie sehr sie sich auf eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen im Bereich Migration und Teilhabe engagierten Kräften in Niedersachsen freue. Zum Thema Digitalisierung stellte sie fest, dass sich diese – wie in den meisten Lebens- und Arbeitsbereiche – auch in der Migrationsberatung zunehmend niederschlage.

Migrationsberatung

„Die Corona-Pandemie hat hier vieles in digitale Bewegung gebracht. Viele Migrationsdienste zeigen großes Engagement. Gleichwohl bringt die Krise leider auch zum Vorschein, dass Menschen ohne entsprechende Möglichkeiten zusätzlich von sozialer Benachteiligung bedroht sind. Digitale und soziale Teilhabe müssen deshalb zusammengedacht werden – auch in der Migrationsberatung“, so Ministerin Behrens.

Mit dem Thema der Veranstaltung beschäftigt sich Stefan Peetz vom Deutschen Caritasverband e.V. schon seit längerem konzeptionell und methodisch. In seinem einführenden Fachvortrag stellte er fest: „Die Migrationsarbeit muss sich zukünftig an den diversen Zielgruppen und deren ebenso vielfältigen Informationsverhalten orientieren.“ Neben zahlreichen Herausforderungen böte sich durch die Weiterentwicklung Online-Beratungsangebote aber auch zahlreiche Chancen. So könnten etwa die Schwelle zur Beratung für manche Personengruppen durch den Einsatz digitaler Mittel abgesenkt und Sprachbarrieren durch Video-Dolmetscher*innen überwunden werden.

Viele neuzugewanderte Menschen suchen und finden vor allem in den sozialen Medien erste Informationen über das Leben und Arbeiten in Deutschland. „Das birgt Chancen, aber auch Risiken“, sagte Rossina Ferchichi (Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung), die das Konzept der aufsuchenden Migrationsberatung anhand des Modellprojekts FemOS vorstellte und dabei auf großes Interesse der Teilnehmenden stieß. FemOS richtet sich seit Mai 2020 speziell an Migrantinnen aus Drittstaaten, die in Facebook-Gruppen von einem mehrsprachigen Team aus Frauen beraten werden, die selbst eine Einwanderungsgeschichte haben.

Von ihren Alltagserfahrungen als Migrationsberaterin berichtete dann Noura Labanieh. Für die Diakonie Braunschweig leistet sie Beratungsarbeit im sozial benachteiligten Gebiet Salzgitter-Lebenstedt. Labanieh bestätigte zunächst, dass sich viele ihrer Klient*innen in sozialen Medien informierten, die digitale oder telefonische Eins-zu-Eins-Beratung aber aus ihrer Sicht an deutliche Grenzen stoße. Das gelte besonders für Menschen mit einem geringeren Bildungskapital. Für diese Menschen sei es ungemein wichtig, „dass sie sich an uns persönlich wenden können, um etwa über häuslichen Gewalterfahrungen zu sprechen oder Hilfe beim Formularausfüllen einzuholen“. Zahlreiche Teilnehmer*innen bestätigten Frau Labaniehs Bericht aus eigener Erfahrung, dass der persönliche Beratungskontakt bei manchen Personengruppen unerlässlich sei.

Der große Diskussionsbedarf zu vielen weiteren Aspekte der digitalen Migrationsberatung konnte im restlichen Verlauf der Veranstaltung aufgrund des begrenzten Zeitbudgets nur ansatzweise thematisiert werden, weshalb bereits weitere Dialogforen rund um das Thema digitale Migrationsarbeit geplant sind. Einig waren sich jedenfalls alle Teilnehmer*innen, dass die Digitalisierung keineswegs als Allheilmittel gesehen werden dürfe, um den Beratungsbedarf neuzugewanderter und geflüchteter Menschen gerecht zu werden. Gleichwohl können digitale Medien im Rahmen eines klugen Mix‘ aus On- und Offline-Angeboten durchaus eine wichtige und sinnvolle Ergänzung zur persönlichen Beratung bieten. Das sei auch Aufgabe der Landespolitik, diese Erkenntnis bei der Weiterentwicklung von Förderrichtlinien zu berücksichtigen.

Eine Aufzeichnung der Veranstaltung zum Nachsehen sowie weitere Dokumentationsmaterialen folgen.

Unsere Veranstaltung „Digitale Migrationsberatung: Chancen und Grenzen“ kann jetzt unter folgendem Link nachgeschaut werden:

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